Probleme beim Erlernen des Lesens treten frühestens in der 1. Klasse auf, weil das Kind dann gezwungen ist, das Lesen zu erlernen.
Durch Sprachstörungen - insbesondere den verzögerten Spracherwerb - kann das Lesen sehr erschwert werden, weil oft das Bild- und Hörgedächtnis und deren Funktionen beeinträchtigt sind. Diese Problematik ist sehr komplex und für einen Laien nicht zu durchschauen. Deshalb sei hier nur gesagt, dass Lesestörungen bereits im ersten Halbjahr der 1. Klasse sicher erkannt werden können. Dann sind auch gezielte Fördermaßnahmen möglich. Zwei Arten von Lesestörungen sehen wir öfters:
Kinder mit dieser Störung hören kaum einzelne Laute im Wort und können Laute auch nicht zum Wort zusammensetzen. Kurze Vokallaute hören sie so gut wie gar nicht, weil auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit herabgesetzt ist. Sie können sich Laute und Wörter nicht ins Gedächtnis zurückrufen. Lautfolgen können sie nicht einhalten; sie verdrehen Silben.
Diese Kinder sind bei bildlichen Aufgaben oft sehr stark. Sie malen und zeichnen gern, meiden aber Leseanforderungen.
Diese Kinder können geschriebene Wörter nicht unterscheiden, verstehen und behalten. Die Wahrnehmung von Buchstaben und ist herabgesetzt. Optische Reihen und Folgen einzuhalten, fällt schwer. Es liegen bildliche Gedächtnisstörungen vor. Die Zeichnungen zeigen Mängel im Detail. Bei Ballspielen fallen sie auf, weil sie meistens erst dann reagieren, wenn der Ball schon vorbei ist.
Diese Kinder bevorzugen sprachliche Aufgaben und können oft Lesetexte rasch auswendig. Sie malen und zeichnen ungern oder gar nicht.
Diese Störung kann schon früh im Kindergarten erkannt werden. Auffällig ist, dass ein Kind mit einer Schreibstörung bildliche Vorstellungen nicht in gemalte Bilder umsetzen kann. Es kann auch einfache Bilder oder Figuren nicht nachmalen, weil es nicht weiß, wie es den Bewegungsablauf machen soll. Das Kind hält den Stift auffällig verkehrt und kann mit dieser Haltung kaum schreiben.
Ein dysgraphisches Kind kann meistens Buchstaben nur sehr unleserlich abschreiben - auf keinen Fall kann es ein Wort abschreiben. Das gelingt ihm nicht.
Ein geschulter Pädagoge kann diese Störung von anderen sehr genau unterscheiden und helfen.
Bei Verdacht auf Schreib- und /oder Lesestörungen kann nur ein Fachmann helfen.
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