| Es ist immer wieder beeindruckend, wie schnell und scheinbar mühelos Kinder
sprechen lernen. Für Eltern bedeutet es oft einen bemerkenswerten Einschnitt in der Entwicklung ihrer Kinder, wenn diese ihr "erstes Wort" sprechen. Die Fähigkeit, Wörter zu äußern, ist bereits das Ergebnis eines langen Lernpro- zesses. |
| Sprechen lernen ist nicht die Leistung eines Kindes allein, sondern der
Sprach- erwerb ist ein Prozess, an dem die Eltern einen ebenso wichtigen Anteil haben wie das Kind selbst: Denn Sprechen lernt das Kind über das Hören und Nach- sprechen von Sprachvorbildern. |
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| Sprechen lernen ist nicht die Leistung eines Kindes allein, sondern der
Sprach- erwerb ist ein Prozess, an dem die Eltern einen ebenso wichtigen Anteil haben wie das Kind selbst: Denn Sprechen lernt das Kind über das Hören und Nach- sprechen von Sprachvorbildern. Die Beziehung zwischen Kind und Eltern hat ihren Anfang in der Befriedigung der lebenswichtigen Grundbedürfnisse des Säuglings, der über angeborene Verhaltensweisen ( Schreien, Saugen, Hören, Lächeln, Schauen, Bewegen ) verfügt. Mit deren Hilfe teilt er dem Erwachsenen seine Ansprüche mit. Der Erwachsene reagiert in einer ganz bestimmten Weise und tritt von Anfang an in einen Dialog mit dem Säugling. In den vielen gemeinsamen Anfangs- situationen wie z.B. Füttern und Baden spricht die Mutter. Das Kind beginnt, zusammen mit der Handlung, Sprache zu verstehen und zu erlernen. Die Erwachsenen helfen dem Kind, in dem sie in vertrauten Situationen durch ihr sprachliches Vorbild auf Personen, Objekte usw. hinweisen. |
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Die ersten Wörter des Kindes drücken im Unterschied zum Lallen oder
Weinen |
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Durch die Zunahme an Wörtern und durch den Erwerb der anderen sprachlichen Fähigkeiten ( Aussprache und Grammatik ) lernt das Kind anschließend, das Wort aus dem Handlungszusammenhang herauszulösen und als selbständiges Zeichen zu benutzen. Aber selbst wenn ein Wort scheinbare Selbständigkeit erhalten hat, bezeichnet es weiterhin noch nicht den Gegenstand, sondern irgend ein Merkmal desselben. Dies ist der Fall, wenn z.B. ein Kind zu einer Apfelsine "Ball" sagt. Es hat das typische Merkmal "Ein Ball ist rund" auf den neuen Gegenstand, die Apfelsine, übertragen. |
| Diese Fähigkeit des Kindes, Gelerntes auf Neues zu übertragen,
zeigt, dass es nicht nur durch Vorsprechen und Nachsprechen lernt,
sondern dass es über an- geborene Fähigkeiten verfügt, aus den Angeboten seiner sprachlichen Umge- bung gleichbleibende Formen zu erkennen, aufzunehmen, zu isolieren und sie zu Regeln zu verbinden. Das Kind entnimmt also der Sprache, die es hört, nicht nur einzelne Äußerungen, sondern auch bestimmte Regeln, die es anschließend auf ähnliche Fälle überträgt. So entstehen von der Erwachsenensprache abweichen- de, aber regelgeleitete Formen wie z.B. "Ich bin gespringt". Nicht selten erfin- det es eigenwillige Wörter, Wortschöpfungen, die Erwachsene nicht gebrauchen. Das Kind äußert sich zunächst noch "unkorrekt", erwirbt aber durch Selbst- korrektur im Dialog allmählich die Fähigkeit, so wie Erwachsene zu sprechen. |
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Der Spracherwerb ist also ein individueller Prozess, der zwar bei jedem
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